Mehrweg in Handel & Logistik 

Ob im Geschäft, in der Warenverteilung oder der Transportlogistik – Mehrwegverpackungen sind ein entscheidender Hebel für Ressourcenschonung und Kosteneffizienz.  Studien zu Mehrwegsteigen, -gläsern und systemen im Transport zeigen, dass gut gestaltete, optimierte Mehrwegsysteme über viele Umläufe hinweg Materialeinsatz, CO₂‑Emissionen und Abfallaufkommen deutlich reduzieren können. 

Du möchtest wissen, wie Mehrweg im Handel und Logistiksektor praktisch umgesetzt werden kann und welche Systeme sich bewährt haben? Dann bist Du hier genau richtig! 

Dokumente und Medien

Auf dieser Seite findest Du Dokumente, Publikationen und Links für die Umsetzung von Mehrweg im Handel- und Logistiksektor. Du möchtest Dir einen ersten Überblick verschaffen, dann hilft Dir der 5-Schritte-Guide. Dieser beantwortet die Fragen, warum Mehrweg wichtig ist, wie Mehrweg in logistische Lieferketten integriert werden kann und was das alles mit der PPWR zu tun hat.

Weiter unten kannst Du Dich anschließend mithilfe der Best-Practices von denen inspirieren lassen, die Mehrweg bereits in ihre Logistikprozesse und Lieferketten integriert haben. Oder Du recherchierst mithilfe der Such- und Filterfunktion in unsere Bibliothek am Ende der Seite eigenständig nach detaillierten Studien und Reports.

Sollten doch noch Fragen unbeantwortet geblieben sein, dann schreib uns gerne eine Nachricht.  

Du interessierst Dich für das Thema kommunale Verpackungssteuer oder Hygiene von Mehrweg, dann kommst du hier zu eigenen Unterseite. 

00 Mehrweg in 5 Schritten

Worauf geachtet werden sollte, wenn Mehrwegverpackungen in B2B und B2C* etabliert wird, warum hier eine Menge ökologisches Potenzial liegt und die PPWR den Weg für mehr Mehrweg in Lieferketten ebnet, erfährst Du in den nächsten 5 Schritten. 

 

Schau Dir an, was es braucht damit, um Mehrweg ökologisch und ökonomisch tragfähig zu machen.

 

*B2B (Business-to-Business): Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen. B2C (Business-to-Consumer): Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen und Endverbraucher:innen.

01 Warum braucht es Mehrweg und was steckt hinter der PPWR?

Für den Handel- und Logistikbereich ist Mehrweg ein zentraler Hebel zur Abfallvermeidungum eingesetzte Transport- und Versandverpackungen zu reduzieren. Mit der EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) wird dieser Ansatz nun verbindlich: Statt dem Fokus auf das Recycling der Verpackungsmaterialien (meistens Papier, Pappe, Karton) verschiebt sich dieser nun hin zu Vermeidung und Wiederverwendung. 

  • Für Handel und Logistik ist die PPWR besonders relevant, da sie konkrete Mehrweg- und Wiederverwendungsziele für Verpackungen entlang der Lieferkette vorgibt. Die Verordnung ist 2024 in Kraft getreten und wird ab 2025 schrittweise angewendet. 
  • Künftig werden insbesondere Transport- und Versandverpackungen sowie bestimmte Serviceverpackungen verbindliche Mehrweg- und Wiederverwendungsziele erfüllen müssen. Die PPWR sieht hierfür unter anderem Quoten von 40 % bis 2030 und 70 % bis 2040 vor, während Intra-Company-Transporte perspektivisch vollständig auf Mehrweg umgestellt werden.
  • Vorgaben, wie die Mehrwegangebotspflicht für To‑go‑Lebensmittel und Getränke, zeigt, wie politische Regularien neue Mehrwegstrukturen bis in die Filiale bzw. zum POS hinein anstoßen können.
  • Mehrwegsysteme in Handel und Logistik sind keine Frage mehr des ob, sondern des wie. Die Umsetzung der PPWR-Vorgaben in deutsches Verpackungsrecht findet derzeit statt.
02 Welche Chancen stecken in Mehrweg?

Mehrweg ist leider noch kein Selbstläufer. Ob ein System ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt von dem Produkt, Materialwahl, Umlaufzahlen, Logistik und Standardisierung ab und davon, ob passende Rahmenbedingungen in Handel und Logistik geschaffen werden. 

  • Durch eine Steigerung des heutigen Mehrweganteils bei Transportverpackungen (Fokus Handel) von 13 Prozent auf 50 Prozent könnten über eine Million Tonnen Verpackungsmaterial eingespart werden.
  • Bei bestehenden Mehrweg-Systemen für Obst und Gemüse, Backwaren und Eier kommt es bereits nach drei bis sechs Umläufen zu einer Materialeinsparung gegenüber Einweg-Kartonagen.
  • Durch den Einsatz von Mehrwegtransportverpackungen konnten rechnerisch mehr als 24.000 Tonnen CO2-Äquivalente und mehr als 30.000 Tonnen Kartonagen eingespart werden. Dies entspricht dem Gewicht von rund 60 Millionen Kartons.
  • Wirtschaftlich profitieren Handel und Logistik von geringeren Bruchraten, standardisierten Gebinden und digitalisierbaren Ladungsträgern; Untersuchungen zu Getränke‑ und Molkereiprodukten zeigen zudem, dass Mehrweg nicht automatisch teurer ist als Einweg.
03 Wie kann Mehrweg im Einzelhandel und Logistikbereich umgesetzt werden?

Mehrweg im Handel und in der Logistik kann in unterschiedlichen Systemtypen und Ausgestaltungsformen umgesetzt werden. Entscheidend ist, dass das jeweilige Mehrwegsystem zu den Warenströmen, den beteiligten Akteuren sowie zu den logistischen und organisatorischen Rahmenbedingungen passt. In der Praxis haben sich insbesondere folgende Ansätze etabliert: 

  • Unternehmensinterne Mehrwegsysteme (Closed Loop): Mehrweggebinde zirkulieren innerhalb eines Unternehmens oder klar definierter Lieferbeziehungen, z.B. zwischen Hersteller und Handel. Diese Systeme bieten hohe Kontrolle, Planbarkeit und Transparenz, erfordern jedoch eigene Investitionen in Gebinde, Rückführung, Reinigung und Organisation.
  • Pooling- und Dienstleistungsmodelle (offene oder gemanagte Pools): Externe Anbieter stellen standardisierte Gebinde bereit und übernehmen Logistik, Reinigung, Wartung und Umlaufsteuerung. Diese Modelle senken Einstiegshürden und ermöglichen hohe Umlaufzahlen. Erfahrungen zeigen, dass ganzheitliche Pool- und Serviceansätze besser skalieren als reine Gebindelösungen ohne integrierte Logistik.
  • Pfand- und Nutzungsmodelle: Die Nutzung von Mehrweg kann über Pfandbeträge oder nutzungsabhängige Gebühren gesteuert werden. Während Pfandmodelle vor allem im B2C-Bereich zum Einsatz kommen, dominieren im B2B-Bereich umlauf-, zeit- oder volumenbasierte Abrechnungsmodelle.
  • Die Reinigung der Mehrweggebinde erfolgt entweder zentral in spezialisierten Spülanlagen oder dezentral an mehreren Standorten. Zentrale Lösungen ermöglichen Skaleneffekte und hohe Hygienestandards, während dezentrale Ansätze bei kurzen Transportwegen und regionalen Kreisläufen Vorteile bieten können.
  • Digitale Lösungen wie Barcodes, RFID oder Track-&-Trace-Systeme unterstützen Bestandsmanagement, Umlaufverfolgung und Abrechnung.
04 Welche Aspekte gilt es zu beachten?

Ob ein Mehrwegsystem ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt maßgeblich von den zugrunde gelegten Rahmenbedingungen ab. Ökobilanzen sind stark abhängig von Systemgrenzen wie Umlaufzahlen, Transportdistanzen, Rücklaufquoten und Reinigungsprozessen. 

  • Für Obst- und Gemüseverpackungen zeigt eine wissenschaftliche Ökobilanz-Studie, dass Mehrwegsteigen bei mindestens etwa 20 Umläufen ökologisch im Vorteil sind.
  • Gleichzeitig gilt: Mehrweg ist nicht in jedem Anwendungsfall automatisch überlegen. Bei langen Transportwegen, geringen Umlaufzahlen oder sehr leichten Produkten kann der ökologische Vorteil schrumpfen oder entfallen. Zudem entstehen Anforderungen an Lagerflächen, Rücktransporte und Organisation. Ohne klapp- oder nestfähige Gebinde und eine optimierte Rückführungslogistik kann der Verkehrs- und Ressourcenaufwand steigen.
  • Förderprogramme, Kooperationen und klare Prozessgestaltung können Einstiegshürden und –kosten mindern.
  • Erfolgreiche Wiederverwendungssysteme zeigen vier identifizierten Erfolgsfaktoren und Hauptvorteile: 1. Ökonomische Aspekte (Investitionskosten, Umlaufzahlen, Betriebskosten), 2. Ökologische Wirkung (Materialeinsatz, CO₂-Bilanz, Abfallvermeidung, 3. Logistik, Qualität und Sicherheit (Standardisierung, Handling, Hygiene), 4. Ausgestaltung (unternehmensintern vs. extern, offen vs. geschlossen)
  • Empfohlen werden robuste, monomateriale Kunststoffgebinde mit hoher Umlaufzahl, Stapel‑ und Klappfähigkeit sowie eine durchdachte Integration in Lager‑, Touren‑ und IT‑Prozesse, inklusive digitaler Bestands‑ und Umlaufverfolgung.
05 Wo finde ich Inspiration und Unterstützung für die Umstellung? Wo finde ich Informationen zu Finanzierungsmöglichkeiten?

Der Einstieg in Mehrweg im Handel und in der Logistik muss nicht bei null beginnen: Zahlreiche Leitfäden, Studien, Förderprogramme und Netzwerke bieten Orientierung, Entscheidungsgrundlagen und konkrete Unterstützung für die Umsetzung.

  • Leitfäden für den Handel enthalten praxisnahe Checklisten für die Einführung von Mehrweg in Filiallogistik, Back‑Store‑Prozessen und der Kund:innenkommunikation.
  • UBA‑Berichte und Fraunhofer‑/ifeu‑Studien helfen dabei, die ökologische Break‑even‑Punkte (Umlaufzahlen, Distanzen, Produkttypen) zu bestimmen und geeignete Anwendungsfälle zu identifizieren.
  • Daten aus bundesweiten Erhebungen zu Mehrweganteilen (z.B. bei Getränkeverpackungen) zeigen, wo politischer und wirtschaftlicher Handlungsdruck am größten ist und wo sich Pilotprojekte strategisch gut verorten lassen.
  • Mehrweg ist kein Einzelprojekt. Hinter der Umstellung hat sich inzwischen eine starke community versammelt. Akteure wie der Mehrwegverband und MEHRCE helfen bei Vernetzung und Erfahrungsaustausch.

Best Practice

B2C: Circujar – herstellerübergreifendes Mehrwegsystem für den Lebensmittelhandel

Die Circujar GmbH hat als erstes Unternehmen ein vollumfängliches herstellerübergreifendes Mehrwegsystem für Produktsegmente wie Aufstriche, Suppen, Soßen, Konserven, Babyfood u.w. etabliert. Circujar stellt standardisierte, wiederverwendbare Mehrweggläser und -kästen bereit, koordiniert die Rücknahme über bestehende Pfandautomaten und übernimmt die professionelle Spülung sowie die Wiederauslieferung an die Produzenten. Dieser Full-Service-Kreislauf ermöglicht Herstellern einen einfachen und wirtschaftlichen Einstieg in echte Kreislaufwirtschaft. Das System liegt preislich auf Augenhöhe mit Einweg und reduziert Bürokratie, sodass sich die Partner ganz auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können.

Auch für Handel und Logistik generiert das Pooling signifikante Effizienzgewinne: Einheitliche Gläser in standardisierten Mehrwegkästen minimieren den Sortier- und Lageraufwand im Vergleich zu Individualgebinden drastisch. Die unkomplizierte Rückgabe an bestehenden Pfandautomaten stärkt zudem die Kundenbindung: Da Konsumenten für die Pfandrückgabe gezielt in den Markt zurückkehren, entstehen direkt monetär wirksame Frequenzeffekte. Dabei ersetzt ein Circujar-Mehrwegglas bis zu 50 Einweggläser und senkt so die logistische Belastung sowie den Ressourcenverbrauch nachhaltig.

Mehr Infos zu Circujar findest Du hier.

B2C: SEA ME – Mehrweg für Drogerie und Kosmetik

Die SEA ME GmbH aus Hamburg gehört zu den Vorreitern im Bereich Mehrweg außerhalb klassischer Getränke-Systeme. Mit dem pfandbasierten zerooo-Mehrwegsystem hat SEA ME ein geschlossenes Rücknahme-, Reinigungs- und Wiederbefüllkonzept speziell für Kosmetik- und Drogerieprodukte aufgebaut, bei dem Verpackungen über Handelspartner wie Müller, Budni, Edeka oder REWE zurückgegeben und wieder in den Kreislauf gebracht werden können – analog zu bekannten Mehrwegsystemen bei Getränken.

Durch diese systematische Integration von Mehrwegverpackungen in den Handel, die Entwicklung standardisierter Mehrweg-Gebinde (Glas und PET), die und die enge Kooperation mit Handelspartnern ermöglicht das zerooo Konzept von SEA ME, Ressourcenkreisläufe zu schließen und zeigt, dass Mehrweg auch in bisher wenig erschlossenen Produktbereichen alltagstauglich und marktfähig ist. 

Mehr Infos zu SEA ME findest Du hier.

B2C: Sykell – „Einfach Mehrweg“

Mit EINFACH MEHRWEG betreibt das 2021 gegründete Unternehmen Sykell das größte kunststoffbasierte Mehrwegsystem Deutschlands für Take-Away und vorverpackte Lebensmittel. Es nutzt bestehende Handelslogistik und Pfandautomaten, sodass Rückgabe, Reinigung und Wiederverwendung für Kund:innen, Handel und Marken einfach und alltagstauglich funktionieren. Mehrweg wird so Teil bestehender Prozesse, nicht nur eine Zusatzlösung.

Ergänzt wird das System durch CIRCULAR ERP, eine europaweit führende Softwareplattform für Mehrwegsysteme. Sie automatisiert Poolmanagement, Pfandabrechnung und Produktinformationen, wodurch Mehrweg logistisch und organisatorisch steuerbar wird.

Sykell’s Angebot adressiert Mehrweg-Anforderungen damit ganzheitlich und ermöglicht es Marken für vorverpackte Lebensmittel, Gastronomie und Handel so, geschlossene Ressourcenkreisläufe im Verpackungssektor zu realisieren.

Ein tieferen Einblick in die Mehrweg-Welt von Sykell gibt es hier.

B2B: WBG Pooling – Mehrwegtransportverpackungen für zirkuläre Lieferketten

WBG Pooling ist ein deutscher Anbieter von Pooling-Systemen für Mehrwegtransportverpackungen und fokussiert sich auf Handel und Lebensmittel-Logistik. Ziel ist es, Einwegverpackungen entlang der Lieferkette zu ersetzen und Mehrweg als tragfähige Lösung in Europa zu etablieren.

Im Pooling werden Mehrwegboxen, -kisten und -paletten gemeinschaftlich genutzt: Bereitstellung, Rückführung, professionelle Reinigung und erneuter Umlauf erfolgen systematisch. Durch die Nutzung bestehender Logistikstrukturen lassen sich Transportprozesse effizient gestalten, Ressourcen schonen und Abfallmengen reduzieren. Das System deckt alle Stufen der Lieferkette ab – von Erzeugung über Verarbeitung bis zum Lebensmitteleinzelhandel.

Die Mehrwegprodukte sind langlebig, reparierbar und auf wiederholten Einsatz ausgelegt. Ein Fokus liegt auf geschlossenen Materialkreisläufen: Behälter aus zertifizierten Materialien können nach ihrem Lebenszyklus wieder in gleichwertige, lebensmittelechte Ladungsträger überführt werden. Digitale Tracking- und Managementsysteme sorgen für Transparenz, erleichtern Skalierung und erfüllen regulatorische Anforderungen wie die PPWR.

Hier findest Du weitere Infos.

Du möchtest up to date bleiben?

Neuigkeiten zur Mehrwegangebotspflicht, der Reduzierung von Einwegplastik weltweit sowie community Nachrichten hier.

Dokumente, Studien und Vorlagen für Mehrweg in Handel & Logistik

In unserer vorgefilterten Liste findest Du nun alle wichtigen Dokumente, die Dir bei der Etalblierung von Mehrweg in deinem Betrieb helfen. Über die Filterfunktion kannst du nach einzelnen Themen suchen. Du interessiert dich auch für Mehrweg auf Veranstaltungen, dann schau doch bei Veranstalter:innen vorbei oder hol Dir die neustes Infos zu gesetzlichen Vorgaben für Kommunen.

Dokumente und Medien

*TitelAutor/HerausgeberJahrThema/InhaltKeywords Format/DokumentypUploadhf:doc_categorieshf:tax:formats
Potenziale für Mehrweg im Einzelhandel – Handlungsempfehlungen zur Umstellung von Einweg auf Mehrwegsysteme für vorverpackte LebensmittelDeutsche Umwelthilfe (DUH), Mehrwegverband Deutschland2026Mehrwegsystem, VerpackungenEinkaufen, Empfehlungen, Maßnahmen, Material, Mehrweg, Mehrweg-Poolsystem, MehrwegbehälterBericht04/2026mehrwegsystem verpackungenbericht
Mehrweg-Gläser für Lebensmittel – ökologisch sinnvoll oder nicht?IFEU, Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IöW)2022Nachhaltigkeit & Umwelt, VerpackungenEinkaufen, Material, ÖkobilanzBericht04/2026umwelt-nachhaltigkeit verpackungenbericht
Life Cycle Assessment of Reusable Plastic Crates (RPCs)Biganzoli L, Grosso M, Rigamonti L., Tua C2019Andere Sprachen, Nachhaltigkeit & Umwelt, VerpackungenMaterial, Mehrweg, Ökobilanz, StudieStudie04/2026andere-sprachen umwelt-nachhaltigkeit verpackungenstudie
Reusable plastic crates vs. single-use cardboard boxesFraunhofer, Stiftung Initiative Mehrweg2022Andere Sprachen, Nachhaltigkeit & Umwelt, VerpackungenEinweg, Material, Mehrweg, Ökobilanz, RecyclingBericht03/2026andere-sprachen umwelt-nachhaltigkeit verpackungenbericht
Mehrwegsteige aus Kunststoff vs. Einwegkarton aus PappeStiftung Initiative Mehrweg2023Nachhaltigkeit & Umwelt, VerpackungenEinweg, Material, Mehrweg, Ökobilanz, RecyclingZusammenfassung03/2026umwelt-nachhaltigkeit verpackungenzusammenfassung
Studie zur Ökologischen Nachhaltigkeit des Onlinehandels in DeutschlandFraunhofer ISI2023E-Commerce, Infrastruktur, Nachhaltigkeit & Umwelt, VerpackungenEinkaufen, Material, Mehrweg, RecyclingStudie03/2026e-commerce infrastruktur umwelt-nachhaltigkeit verpackungenstudie
Auswirkungen auf den deutschen Markt für Wellpappeverpackungen bei einem verpflichtenden Mehrweganteil für TransportverpackungenGVM, Verband der Wellpappen-Industrie e.V.2023Abfall, Gesetz & Vollzug, VerpackungenEmpfehlungen, Maßnahmen, Material, Mehrweg, MüllBericht03/2026abfall gesetz-vollzug verpackungenbericht
Carbon Footprint von Verpackungssystemen für Obst- und Gemüsetransporte in EuropaStiftung Initiative Mehrweg2018Nachhaltigkeit & Umwelt, VerpackungenMaterial, Mehrweg, ÖkobilanzBericht03/2026umwelt-nachhaltigkeit verpackungenbericht
Ermittlung der Bruchquote von Einweg- und Mehrwegsteigen im Obst-/ GemüsesortimentFraunhofer IML2025VerpackungenEinweg, Material, Mehrweg, SicherheitBericht03/2026verpackungenbericht
Vergleich von Energie- und Wasserverbrauch und Zirkularität bei der Kreislaufführung von Einweg- und MehrwegverpackungenStiftung Initiative Mehrweg2025Hygiene & Reinigung, Nachhaltigkeit & Umwelt, VerpackungenEinweg, Material, Mehrweg, Ökobilanz, Recycling, StudieStudie12/2025hygiene-reinigung umwelt-nachhaltigkeit verpackungenstudie
Addressing Single-Use Plastic Products Pollution – Using a Life Cycle ApproachUnited Nations Environmental Programme (UNEP)2021Andere Sprachen, Best Practice, Nachhaltigkeit & UmweltEinweg, Empfehlungen, Maßnahmen, ÖkobilanzBericht10/2025andere-sprachen best-practice umwelt-nachhaltigkeitbericht
Mehrweg statt mehr Müll. Wie der Lebensmitteleinzelhandel Einwegverpackungen vermeiden kann.Handelsverband Deutschland (HDE)2023Gesetz & Vollzug, Hygiene & Reinigung, Kommunikation, Mehrwegsystem, Mitgebrachte Behälter, VerpackungenEinkaufen, Empfehlungen, Kundeneigene Behältnisse, Kundengefäß, Maßnahmen, Mehrweg-Poolsystem, Mehrwegbehälter, Mehrweggeschirr, Mitgebrachte Becher, Pfand, RatgeberBericht06/2024gesetz-vollzug hygiene-reinigung kommunikation mehrwegsystem mitgebrachte-behaelter verpackungenbericht
Aufkommen und Verwertung von Verpackungsabfällen in Deutschland im Jahr 2019Umweltbundesamt (UBA)2021Abfall, Nachhaltigkeit & Umwelt, VerpackungenMaterial, Müll, Recycling, StudieBericht10/2023abfall umwelt-nachhaltigkeit verpackungenbericht
Aufkommen und Verwertung von Verpackungsabfällen im Jahr 2021Umweltbundesamt (UBA)2023Abfall, Nachhaltigkeit & Umwelt, VerpackungenMaterial, Müll, Recycling, StudieBericht10/2023abfall umwelt-nachhaltigkeit verpackungenbericht

Fragen rund
um Mehrweg

Du hast noch offene Fragen zum Thema Mehrweg? Dann bist Du hier genau richtig! Wir haben Dir Antworten zu allen wichtigen Fragen rund um das Thema Mehrweg kompakt zusammengefasst.

Der Begriff Mehrweg wird meist im Kontext von Verpackungen verwendet. Als Mehrwegverpackung wird eine Verpackung bezeichnet, die zum mehrmaligen Gebrauch bestimmt ist. 

Eine Verpackung ist laut Verpackungsgesetz eine Mehrwegverpackung, wenn sie dazu konzipiert und bestimmt ist, „nach dem Gebrauch mehrfach zum gleichen Zweck wiederverwendet zu werden und deren tatsächliche Rückgabe und Wiederverwendung durch eine ausreichende Logistik ermöglicht sowie durch geeignete Anreizsysteme, in der Regel durch ein Pfand, gefördert wird“ (§ 3 Abs. 3 VerpackG). Verpackungen, die keine Mehrwegverpackungen sind, sind Einwegverpackungen (§ 3 Abs. 4 VerpackG). 

Wiederverwendbare Verpackungen, welche die zuvor genannten Anforderungen nicht erfüllen, weil für sie z.B. kein Anreizsystem zur Rücknahme wie ein Pfand vorhanden ist, sind daher keine Mehrwegverpackungen. 

Seit dem 1. Januar 2023 gilt in Deutschland die Mehrwegangebotspflicht (§33 und §34 Verpackungsgesetz). Damit setzt die Bundesregierung eine Anforderung der EU- Einwegkunststoffrichtlinie in nationales Recht um. Sie besagt, dass Restaurants, Kantinen, Cafés, Catering, Supermärkte, Tankstellen etc., die Essen zum Mitnehmen (To Go) verkaufen, verpflichtet sind, kundeneigene Mehrweggefäße zu befüllen und ab einer gewissen Verkaufsfläche, auch Mehrwegverpackungen für ihr Essen und Trinken anzubieten. Das Angebot in der Mehrwegverpackung darf außerdem nicht teurer sein als die Einweglösung. Hinzu kommt, dass das Angebot der Mehrwegverpackung für Kund:innen deutlich erkennbar sein muss.

Für gastronomische Betriebe (Restaurants, Kantinen, Cafés etc.) mit einer Verkaufsfläche von 80m2 und mehr als fünf Mitarbeitenden, die Speisen und Getränke zum Mitnehmen (To Go) verkaufen. Hierunter fallen auch Hotels, Lieferdienste und Veranstaltungen. Während die Mehrwegangebotspflicht bei der Ausgabe von Speisen nur bei Einwegverpackungen aus (ganz oder teilweise) Kunststoff gilt, ist sie bei Einwegbechern allgemein gültig und vom Material unabhängig.

Gastronomische Betriebe können eigene Mehrwegbehältnisse anbieten, auf ein Mehrweg-Poolsystem zurückgreifen oder sich einem Verbundsystem mit weiteren Betrieben anschließen. Unabhängig davon gilt, dass von Kund:innen mitgebrachte Gefäße befüllt werden müssen.

Grundsätzlich lässt sich sagen: Je häufiger ein Mehrwegbehältnis genutzt wird, je weniger Transport notwendig und je effizienter Spülvorgänge sind, desto besser für die Umwelt. Mit jeder Nutzung steigt der ökologische Vorteil. Schon nach zehn Nutzungen weisen Mehrwegverpackungen bspw. eine bessere Klimabilanz als Einwegverpackungen auf.

Bei ordnungsgemäßer Nutzung lassen sich Speisebehälter bis zu 500-mal wiederverwenden. GlasMehrwegflaschen können bis zu 50-und PET-Kunststoffflaschen bis etwa 25-mal wiederbefüllt werden.

Mehrweg hat viele Vorteile: Das Essen aus einer Mehrwegverpackung wird von vielen Kund:innen als hochwertiger und leckerer empfunden. Wenn Kund:innen eigene Mehrweggefäße mitbringen, lassen sich mit jedem Mal Kosten für Einwegverpackungen einsparen. Und auch mit Poolsystemen können Kostenersparnisse erzielt werden. Die Kundenbindung kann durch die Ausgabe von Mehrweg gestärkt werden. Nicht zuletzt spart der Verzicht von Einwegbehältnissen Emissionen von Treibhausgase und Ressourcen ein, sorgt für weniger Müll, saubere Städte und Parks.

Speise– und Getränkehälter in Mehrweg können entweder im selben oder einem kooperierenden  Gastronomiebetrieb oder Supermarkt zurückgeben werden. Das hängt davon ab, ob es sich um ein individuelles Behältnis eines Betriebs handelt oder sich der Betrieb einem Mehrwegsystem, wie z.B. Vytal, Recup, Relevo angeschlossen hat. Individuelle Gefäße können nur in der ausgebenden Gastronomie und Behältnisse eines Mehrwegsystems in allen teilnehmenden Rückgabestellen zurückgegeben werden.

Eine Übersicht über alle Rückgabestellen in Deutschland findest Du hier: https://mehrwegmap.wwf.de/. 

Glas- und Mehrwegkunststoffflaschen aus dem Lebensmitteleinzelhandel kannst du wie gewohnt in Supermärkten mit einem Mehrweg-Pfandautomaten abgeben und erhältst einen Pfandbon.

Ja! Restaurants, Cafe etc. sind sogar dazu verpflichtet, diese anzunehmen und zu befüllen. Einzige Ausnahme: Die Gefäße sind augenscheinlich nicht gereinigt und können das Umfeld im gastronomischen Betrieb verunreinigen.

Die Kontrolle und der Vollzug der Mehrwegangebotspflicht liegt in der Zuständigkeit der jeweiligen Bundesländer. Bei Nichteinhaltung der Pflicht können Bußgelder von bis zu 10.000 € auf gastronomische Betriebe zukommen. Die genauen Regelungen sind in § 36 „Bußgeldvorschriften“ des Verpackungsgesetzes einsehbar.

Ja, Lieferdienste, die unmittelbar mit einem Restaurant zusammenarbeiten (z.B. nur für dieses liefern) müssen eine Mehrwegalternative anbieten. Lieferdienste, die unabhängig von Restaurants liefern und lediglich den Transport des Essens übernehmen, sind zunächst nicht von der Pflicht betroffen. Allerdings werden sie mittelfristig durch die Pflicht der Restaurants nicht umhin kommen, auch Mehrwegoptionen anzubieten.